Im Nachfolgenden wird versucht, die Geschichte der Bungalowsiedlung am Mühlberg in Braunschwende nachzuvollziehen. Ein guter Überblick über die schweren Anfangsjahre ist auch im „Gedicht der Siedler“ festgehalten.
Begonnen hat alles Mitte der 1960er Jahre. Die Führung der DDR hatte damals aufgerufen Naherholungsgebiete für die arbeitende Bevölkerung zu schaffen. Der Mühlberg in Braunschwende wurde als ein solches ausgewiesen.
Zunächst fanden sich Bürger am heutigen unteren Weg (westlicher Teil). Ab 1964 wurden Zäune gezogen und die zukünftigen Parzellen vermessen. 1966 kam es zu einem Baustopp, da die Ausführung des Wipper-Talsperren-Systems noch nicht zu 100% feststand. Nachdem entschieden wurde, dass die 1952 als Vorsperre errichtete Talsperre so bleibt und damit unser Gebiet auch kein Seengebiet wird, konnten die Arbeiten begonnen werden. Nun kamen schnell weitere Siedler hinzu. Vor allem aus den Einzugsgebieten im Mansfelder Land und der Chemieregion um Halle.
Es war ein ständiges Entwickeln sichtbar. Das ist auch heute noch an der nicht immer gleichmäßigen Nummerierung der Grundstücke erkennbar.
Nachdem die Grundstücke in Pacht übernommen wurden, begann die mühselige Arbeit der Urbarmachung. Zunächst ohne Strom- und Wasserversorgung. Das Wasser musste aus der schmalen Wipper den Berg hochgetragen werden. Der Bäcker Steinecke aus dem Dorf brachte Wasser auf dem Bollerwagen mit einer Ziege vorgespannt in die Siedlung. Strom kam nur aus Autobatterien. Beleuchtung war hauptsächlich mit Petroleumlampen möglich. Die Wegführung zu den Grundstücken und der Zustand der Wege waren eine ständige Herausforderung und das ist bis heute so geblieben.
Es stellte sich aber sehr schnell heraus, dass zur Koordinierung der übergreifenden Aktivitäten eine gewisse Organisation gehört. Eine erste Vereinsstruktur entstand. Dadurch wurde es auch möglich, komplexe Aufgaben anzugehen. Auch den Betrieben und Kombinaten ist es zu verdanken, dass z.B. genügend Material zur Verfügung stand.
Zuerst wurde ein Anschluss an die Stromversorgung im Jahre 1980 ermöglicht. Ein „Lichterfest“ zur ersten Stromabnahme fand in der Gaststätte „König“ im Ort Braunschwende statt.
Zu einem Höhepunkt für die Siedlergemeinschaft gestaltete sich der Aufbau einer Antennenanlage im Jahre 1986. Damit war es möglich, neben den Programmen des DDR-Fernsehens weitere Sender zu empfangen.
Für die Wasserversorgung existierten Wasserentnahmestellen (die heutigen Wasserhäuschen erinnern daran), die seit 1975 über den Brunnen nebst Pumpe und Leitungssystem, die nötigste Versorgung sicherten.
Der Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung begann mit einer Antragstellung im Jahr 1990. Dann wurde kräftig mit angepackt und ein Leitungssystem errichtet Somit war zunächst in den Sommermonaten eine durchgängige Wasserversorgung gesichert. Ab 2005/06 wurde diese auch auf die Wintermonate ausgedehnt. Trotzdem ist immer noch nur eine Brauchwasserversorgung verfügbar.
Durch die Wiedervereinigung wurde es auch notwendig, einen Verein nach dem gültigen Gesetz der Bundesrepublik Deutschland zu gründen. Das geschah auf einer Versammlung am 10.10.1993. Der Verein „Bungalowsiedlung Mühlberg Braunschwende e.V.“ wurde gegründet.
Schnell rückte auch das Thema Kauf der Grundstücke in der Vereinsarbeit an erste Stelle. Mit sehr viel Engagement des Vorstandes, voran gingen Günther Horlbog und Karl-Heinz Blättermann, wurde dieses Ziel auch erreicht. Heute sind 41 von 44 Parzellen in privatem Eigentum.
Ohne die Mitarbeit aller wäre eine Entwicklung zum Zustand wie wir ihn heute vorfinden nicht möglich.
Trotzdem gilt es einige Siedler hervorzuheben und zu danken, die mehr als das Notwendige geleistet haben.
Herr Dietz, Erich
Herr Völzke, Wilhelm
Herr Bleike, Siegfried
Vorsitzende des Vorstandes:
Herr Felsch, Wolfgang (Siedlerratsvorsitzender)
Herr Streubel, (Siedlerratsvorsitzender)
Herr Horlbog, Günther
Herr Neumann, Detlef
Herr Hietkamp, Michael
Finanzen:
Frau Blättermann, Monika
Frau Horlbog, Bärbel
Elektroversorgung:
Herr Blättermann, Karl-Heinz
Wasserversorgung:
Herr Psiuk, Dagobert
Herr Neumann, Detlef
Weiter hervorzuheben:
Herr Büchner, Kurt
Herr Hennig, Georg
Revision:
Frau Zettl,
Herr Seeburg,
Herr Albus, Peter
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Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Alles ist im Fluss und die Bedürfnisse und Bedingungen ändern sich immer schneller. Heute haben z.B. viele einen privaten Stromanschluss.
Aufgabe wird es weiterhin sein, das Gebiet als Naherholungsgebiet für die Siedler, ihre Gäste und die Bewohner des Dorfes zu erhalten und auszubauen.
Noch ein paar Fotos aus der „Gründerzeit“, die mir zur Verfügung und zur Veröffentlichung übergeben wurden.

Schachtarbeiten Wegeausbesserung Soviel Wasser war nicht erwünscht 08/2002

Vom unteren Weg aufgenommen Motorrad von Frank Horlbog

Ein Tänzchen geht immer
Viele Informationen habe ich aus einem Brief an Marco Bleike
Danke an Marco für die Freigabe zur Veröffentlichung.
Diese Seite wurde aus Erinnerungen, aber auch durch Gespräche und vorhandene Unterlagen zusammengestellt.
Sollte etwas unrichtig sein oder weitere Ideen zur Gestaltung dieser Seite vorliegen, dann meldet euch bitte unter info@braunschwende-muehlberg-ev.de.

